Home

FarbVerrückt!

Herbstliche Laubverfärbung und Laubfall beobachten                          

 

 

 

 

© H. Scheifinger, ZAMG

 

In „FarbVerrückt“ wird in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen die herbstliche Verfärbung des Laubes und der Laubfall in Österreich beobachtet und erforscht.

 

Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

 

Projektbeteiligung: Mitforschungszeitraum beendet. Zur Projekthomepage gehts hier
Zielgruppe: alle Personen, besonders auch Schüler/innen sowie Lehrpersonen
Geeignet für: alle Schulstufen
Ort: überall, wo es Bäume gibt
Tätigkeiten: Bestimmung und Fotografieren der herbstlichen Laubverfärbung und des anschließenden Laubfalls
Notwendige Ausstattung: Smartphone mit Kamera und Computer mit Internetzugang für die einmalige Anmeldung

 

 

© H. Scheifinger, ZAMG
© H. Scheifinger, ZAMG

HINTERGRUNDINFORMATION 

Die Jahresmitteltemperatur stieg im Alpenraum während der letzten 100 Jahre um etwa 1.8°C an, etwa mit der doppelten Geschwindigkeit, als im weltweiten Mittel. Die Wirkung dieses Temperaturanstiegs auf den Jahreszyklus von Pflanzen und Tieren ist tatsächlich merkbar und wird in vielen Ländern der Welt durch ehrenamtliche, freiwillige Beobachterinnen und Beobachter bzw. Citizen Scientists gut dokumentiert. So zieht der Frühling mit der ersten Blüte oder dem Beginn des Laubaustriebs um etwa 7 bis 10 Tage früher ins Land als noch vor 30 Jahren und der Beginn der Herbstverfärbung des Laubes hat sich in manchen Regionen um einige Tage nach hinten verschoben. Dadurch ist es insgesamt zu einer Verlängerung der Vegetationsperiode um bis zu zwei Wochen gekommen.
Wann es in der Natur Frühling wird, steuern in mittleren und höheren geographischen Breiten hauptsächlich die Temperaturverhältnisse. Das ist gut erforscht und kann von den Wissenschafter/innen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik simuliert werden. Die Modellierung der Herbstphasen hingegen stellt immer noch eine Herausforderung dar. Neben den Temperaturverhältnissen während der Vegetationsperiode und der Photoperiode (abnehmende Tageslänge) wird auch der Niederschlag als Einflussfaktor vermutet. Um diese Zusammenhänge besser zu verstehen und sagen zu können, wann der Herbst in den vielfältigen Regionen Österreichs in der Natur wirklich ins Land zieht, braucht es möglichst viele Beobachtungen an Sträuchern und Bäumen vom Neusiedler See bis zu den Berggipfeln Vorarlbergs. Damit das gelingt, sind alle Schülerinnen und Schüler aufgerufen, den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern unter die Arme zu greifen und das Farbenspektakel des einziehenden Herbstes zu beobachten und zu melden. 

Worum geht es?

In vielen Regionen verschiebt sich das Eintreten der herbstlichen Farbenpracht während der letzten Jahrzehnte systematisch. Warum das so ist und wie abnehmende Tageslänge, Temperatur und Niederschläge zusammenspielen, lässt sich derzeit aufgrund der zu geringen Daten aus dem regulären Beobachternetz der ZAMG wissenschaftlich noch nicht eindeutig ableiten. Das können Schülerinnen und Schüler ändern, indem sie ihre Beobachtungen der Laubverfärbung und des Laubfalles von möglichst vielen Punkten in ganz Österreich an die ZAMG weitergeben. Die Beobachtungen werden mittels einer intuitiv zu bedienenden Smartphone-App gemeldet. Damit nützen die Schüler/innen innovative Technik und liefern mit ihren Beobachtungen einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Veränderungen unserer farbenprächtigsten Jahreszeit. 

 

Wie kann man mitforschen?

Die Teilnahme mit der Meldung von Beobachtungen der Laubverfärbung und des Blattfalls erfolgt über eine eigene Smartphone-App (Android und IOS), die im Playstore wie gewohnt kostenlos heruntergeladen werden kann. Hinweise zum Gebrauch werden mit der App geliefert oder sind auf der FarbVerrückt-Internetseite unter www.naturverrueckt.at/farbverrueckt nachzulesen.

 

Was passiert mit dem Beitrag?

Die eingehenden Beobachtungen werden gesammelt und auf der Internetseite grafisch aufbereitet. So wird die Zahl der Beobachtungen beispielsweise als Balkendiagramm laufend aktualisiert und die Meldungen auf Österreichkarten mit aus den Fotos entnommenen Farben am Ort der Aufnahme eingetragen. Damit ergibt sich ein anschauliches Bild des zeitlichen und farblichen Verlaufs der Herbstphasen. Zusätzlich helfen die Meldungen der Schüler/innen den Wissenschafter/innen der ZAMG bei der Erforschung der Ursachen der Verschiebung der Eintrittszeitpunkte der Laubverfärbung und des Laubfalles. Schließlich werden Beobachtungen der Schülerinnen und Schüler durch Einspielung in die internationale phänologische Datenbank weltweit nutzbar gemacht.

 

 

Projektleitende Einrichtung

Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG),

Abteilung Geophysik

Dr. Helfried Scheifinger

helfried.scheifinger@zamg.ac.at